Reiter Tod und Teufel - Neue Sagen aus dem alten Mauerkirchen

 

 

Der letzte Bär im Innviertel!

 

 

von Daniela Markler

Daniela Markler  Der letzte Bär im Innviertel  in Reiter Tod und Teufel - Neue Sagen aus dem alten Mauerkirchen  in  Reiter Tod und Teufel - Neue Sagen aus dem alten Mauerkirchen
Zeichnung: Daniela Markler

 

Vor vielen Jahren lebten im Kirchenholz viele Bären. Sie taten keinem Menschen etwas zu Leide. Der kleinste Bär fragte einen anderen: " Was sind Menschen, und wo sind sie?" "Menschen sind weiße Lebewesen und schießen Bären ab", erklärte der große Bär, "und sie leben im Markt." Eines Tages wollte sich der kleine Bär die Menschen ansehen und lief in den Ort hinein. Als ihn einer der Bewohner sah, rief er: "Holt eure Gewehre, ich habe einen Bären gesehen!" "Bitte schießt die Bären nicht ab", rief ein kleines Mädchen. Aber die Männer horchten nicht auf seine Bitte. Als die Jäger im Wald waren, bemerkten sie die Bären. Einer sagte: "So viele  Bären habe ich noch nie gesehen." Sie schossen einen nach dem anderen  ab. Ein großer Bär versteckte sich und dachte: "Wie haben sie uns gefunden?" Als alle Bären tot waren, gingen die Männer nach Hause und zogen den Bären  das Fell ab. Der letzte Bär war nun sehr einsam. Er dachte sich: "Das war sicher der kleine Bär, ich hätte ihm nichts von den Menschen erzählen  dürfen." Der große Bär spazierte jeden Tag im Wald umher auf der Suche nach einigen Artgenossen. Eines Tages ging ein Jäger mit seinem Gewehr durch den Wald. Er sah den Bären und schlich sich an. Der Jäger wusste,  dass das der letzte Bär war und schoss ihn tot. Auch heute erzählt man sich noch davon, dass 1772 im Kirchenholz der letzte Bär im Innviertel geschossen worden ist.

 

 

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