Reiter Tod und Teufel - Neue Sagen aus dem alten Mauerkirchen

 

 

Die Rache des Teufels

 

 

von Markus Menth

Markus Menth - Die Rache des Teufels in Reiter Tod und Teufel - Neue Sagen aus dem alten Mauerkirchen
Zeichnung: Markus Menth

 

In der Nähe des Marktes Mauerkirchen lebte vor mehr  als zweihundert Jahren der Bauer Georg Bart mit seiner Frau in einem ärmlichen  Holzhaus. Der Bauer brauchte Holz, darum fällte er im Wald die Bäume.  Eines Tages, nachdem er drei Tage lang schwer gearbeitet hatte, konnte  Georg Bart vor Erschöpfung nicht mehr. Da tauchte plötzlich ein fremder Jäger auf, der ihn fragte: "Brauchst du Hilfe?" "Ja, ich bin mit meinen  Kräften am Ende", stöhnte der Bauer. "Ich könnte dir helfen", meinte jetzt  der fremde Jäger. "Wenn du willst, erledige ich dir jede Arbeit, die du mir anschaffst", fügte er noch hinzu. Der Bauer erkundigte sich neugierig: "Was muss ich dir dafür geben?" "Deine Seele", meinte der Jäger. Jetzt  wusste der Bauer, dass der Jäger in Wirklichkeit der Teufel war. Georg  Bart ging aber in seiner Verzweiflung auf dieses gefährliche Angebot ein.  "Dann fälle mir jetzt schnell zehn Bäume", schaffte er dem Teufel an.  Da Georg Bart nicht auf den Kopf gefallen war, fiel ihm auch gleich eine List ein, um seinen neuen Arbeiter nach getaner Arbeit ohne Schaden wieder loszuwerden. Der Teufel machte sich sogleich an die Arbeit. Emsig hackte  er einen Baum nach dem anderen um, so lange, bis er neun Bäume gefällt  hatte. Er musste aber zehn Stämme fällen. Jetzt holte er zum Schlag aus, um den zehnten Baum zu Fall zu bringen. Da eilte Georg Bart zum Teufel  und bespritzte ihn schnell mit Weihwasser, das er in der Zwischenzeit von zu Hause geholt hatte. Jetzt hatte der Teufel keine Macht mehr über ihn. Er musste wieder in die Hölle zurück, aber in seiner Wut über den listigen Georg Bart nahm er sich vor, sich zu rächen.
Am 21. 11. 1768 ging Georg Bart wieder einmal Holz hacken. Plötzlich donnerte und krachte es fürchterlich. Die Leute befürchteten  den Weltuntergang. Trotzdem eilten alle zu Georg Barts Feld, denn hier  lag ein großer und seltsamer Stein. Er hatte ein riesiges Loch in den Boden geschlagen. Der Bauer kam etwas später. "Dieser Stein sollte wohl  mich treffen", dachte er sich. Vorsichtig schaute er sich den Stein an.  Er war bläulich und mit weißen Adern durchzogen. Außen hatte er eine schwarze Rinde. Der seltsame Vorfall wurde dem Rentamt in Burghausen gemeldet. Beamte kamen und zerbrachen sich den Kopf über die Herkunft des Steines.  Er wurde zur Untersuchung nach München gebracht, wo sich herausstellte,  dass es ein Meteor war. Was wirklich geschehen war, erfuhr jedoch niemand.  Georg Bart hütete sich, darüber zu sprechen. Er nahm sein Geheimnis ins  Grab mit.
Den seltsamen Stein jedoch kann man heute in der Mineralogischen Staatssammlung in München bestaunen. Die Stelle, in der der Meteorit eingeschlagen  hat, das Feld des Bauern Georg Bart, kennt man heute leider nicht mehr.

 

 

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