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In Mauerkirchen lebten einst der Schmiedemeister Adolf Gollhammer und seine Frau Maria mit drei Töchtern in einem Haus neben dem Brunnbach. Von morgens bis abends hörte man die Hammerschläge des Meisters und seiner Gesellen. Den ganzen Tag standen sie mit ihren Lederschurzen beim Amboss und hämmerten das glühende Eisen. Dann hörte man wieder den zischenden Dampf, wenn das Eisen zum Abkühlen in das Wasserschaff gehalten wurde. Auf den schmalen Tischen neben der Wand lagen große und kleine Hämmer, Schrauben, Feilen und viele Hufeisen. Der Schmiedemeister arbeitete tagaus, tagein hart, um die Wünsche der Kunden zu erfüllen. Eines späten Nachmittags klopfte es an der Werkstatttür. Der Schmied dachte sich: "Da braucht wohl noch jemand ein neues Hufeisen für sein Pferd." Er öffnete die Tür. Ein unbekannter, seltsam gekleideter Mann stand davor. Er hatte die Krempe des Hutes tief ins Gesicht gezogen, sodass man ihn nicht gut sehen konnte. Der Schmiedemeister fragte den Fremden: "Womit kann ich Ihnen helfen? Braucht Ihr Pferd ein neues Hufeisen?" "Zuerst muss ich einmal sehen, ob du auch ordentlich arbeitest", erwiderte der Unbekannte und trat näher. Das war dem Schmied noch nie passiert. Nach längerem Zusehen sprach der Unbekannte zum Schmied: "Du musst mir Hufeisen an meine Füße anpassen. Wenn du aber ablehnen solltest, werde ich dich vernichten." Erschrocken merkte nun der Schmied, dass er es mit dem Teufel zu tun hatte. Er hatte keine andere Wahl. Er muss diesen Auftrag annehmen. Also befestigte der Schmiedemeister die Hufeisen an den Füßen des Teufels. Was der Teufel nicht wusste war, dass der schlaue Schmiedemeister ihm Hufe aus schwarz gefärbtem Holz anfertigte. Der Schmiedemeister hoffte, dass er so in der Hölle verschmoren werde. Nach getaner Arbeit zog der Teufel zufrieden von dannen. Wie es ihm in der Hölle mit seinen neuen Hufen gegangen ist, hat man nie erfahren. Jedenfalls ließ er sich nie wieder blicken. Auch weiß man bis heute nicht, ob diese Geschichte wirklich wahr ist. Die Schmiedewerkstätte aber gibt es heute noch und ich schaue meinem Opa und meinem Onkel gerne bei ihrer Arbeit zu.
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