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Wo sich heute der Marktplatz von Mauerkirchen befindet und viele Autos fahren, stand einst ein Marktbrunnen. Da die Menschen in ihren Häusern kein Wasser hatten, war dieser Marktbrunnen ihre einzige Wasserquelle. Täglich kamen sie und schöpften das klare, reine Wasser aus dem Brunnen. Als eines heißen Tages ein Marktbewohner daraus trinken wollte, bemerkte er eine unheimliche Gestalt im Brunnen. Ein schreckenerregendes Gesicht mit einem grausigen Mund schimmerte ihm durch die Wasseroberfläche entgegen. Erschrocken ließ der Mann den Eimer fallen und lief davon. Bald wusste der ganze Markt von diesem Unglück: Woher sollte man jetzt das Wasser nehmen? Im Markt wohnte ein alter Mann, der viele Bücher hatte und auch schon weit in der Welt herumgekommen war. Zu ihm gingen die Leute, um sich einen Rat in der Angelegenheit zu holen. Der Gelehrte blätterte lange in den Büchern, bis er die Antwort fand. Er sagte: "Es handelt sich um einen Basilisken. So ein Basilisk ist ein äußerst gefährliches Tier. Wer ihm in die Augen schaut, erstarrt zu Stein." "Ja, und wie kriegen wir ihn wieder aus dem Brunnen?", wollte einer der Marktbewohner wissen. Sie überlegten gemeinsam. Da meinte einer: "Es könnte einer hinuntersteigen und schauen, was der Basilisk tut. Vielleicht kann man ihn töten. Wer würde das für uns auf sich nehmen?" Ein anderer sagte: " Das ist eine gute Idee, aber man müsste einen Spiegel und Weihwasser mitnehmen, denn wenn sich der Basilisk im Spiegel erblickt, erschrickt er so sehr vor sich selbst, dass er zu Stein erstarrt." "Hier in diesem Buch steht das auch", antwortete der Gelehrte. Ein Mann schlug vor: "Wenn wir einen Spiegel anbinden und ihn hinunterlassen, wäre das auch eine gute Idee und es müsste niemand hinuntersteigen." "Wir nehmen deinen Vorschlag, da kann kein Mensch zu Schaden kommen", sagten die anderen Marktbewohner. Das taten sie dann auch. Ein Spiegel war schnell herbeigeschafft. Langsam ließen ihn die Menschen ins Wasser gleiten. Auf einmal hörte man ein unheimliches Klagen. Der Basilisk war zu Stein erstarrt. "Sollen wir ihn heraufholen?", fragte jemand. "Nein, wir lassen ihn unten, wenigstens kann er keinen Schaden mehr anrichten", meinte einer. Froh gingen sie nach Hause. Als sie nach ein paar Wochen nachsehen wollten, war das Untier verschwunden und bis jetzt wurde es nie mehr gesehen. Den Brunnen wollten die Leute auch nicht mehr haben. Er erinnerte sie ständig an das schreckliche Ungeheuer. Die Menschen ließen sich einen neuen Brunnen errichten. Und was vom alten Brunnen noch übrig ist, liegt jetzt unbeachtet neben der Holzhütte im Bauhof.
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