|
Durch Mauerkirchen fließt ein kleiner Bach: der Brunnbach. Heute noch steht neben dem Brunnbach das Haus, das einmal eine alte Mühle war. Vor vielen Jahren lebte hier ein Müller mit seinen drei Kindern allein in der Mühle. Seine Frau war an einer bösen Krankheit, der Pest, gestorben. Er hatte sehr viele Schulden. Ein paar Jahre später wurde er auch sehr krank. Der Müller konnte deswegen kein Mehl mehr herstellen. Eines Tages, es regnete in Strömen, kam sogar ein Steuereintreiber. Er nahm den Müller mit ins Gefängnis, weil er die Schulden noch immer nicht bezahlen konnte. Die Kinder waren sehr arm, so alleine in der Mühle. Franz war der Älteste. Er hatte vor drei Jahren auf dem Jahrmarkt Kobolde aus Stoff bekommen. Da er seinem Vater helfen wollte, hatte er die Idee, die zwei Stoffkobolde am nächsten Markttag zu verkaufen. Plötzlich, als Franz auf dem Markt war, sagte ein Kobold zu Franz: "Wenn du uns verkaufst, dann werdet ihr bald ausziehen müssen. Aber wenn du uns nicht verkaufst, wird dein Vater aus dem Gefängnis herauskommen!" Franz war sehr verwundert, dass die Stoffpuppe auf einmal sprechen konnte. Er befolgte jedoch ihren Rat. Franz verkaufte sie nicht und versteckte die zwei Kobolde unterm Bett vor seinen Brüdern Max und Hans. Um Mitternacht schlüpften die Kobolde in die Werkstätte, um Mehl zu mahlen. Wie erstaunt waren die Kinder, als sie am Morgen aufstanden und sechs Säcke voll mit Mehl sahen. Jetzt erzählte Franz Max und Hans von den Kobolden. Nun hatte alle Not ein Ende. Die guten Hausgeister halfen den Kindern so lange, bis sie die Schulden zurückzahlen konnten. Bald konnte auch der Vater entlassen werden. Die Kinder erzählten ihm alles, was sie mit den Kobolden erlebt hatten. Die Hausgeister halfen weiter. Sie mahlten jede Nacht sechs Säcke Getreide zu Mehl. Jetzt konnten sie alle Steuern bezahlen. Der Vater wurde wieder gesund und noch 61 Jahre alt. Nachdem der Vater gestorben war, bekam Franz die Mühle und einen Kobold. Max und Hans erhielten von ihrem Onkel Christian auch eine Mühle und einen der beiden hilfreichen Kobolde.
Jetzt wohnt in der damaligen Mühle unsere Lehrerin. Und wenn es manchmal im Dachboden knarrt und rumort, ist es möglicherweise einer der Kobolde. Aber leider hat er sich noch nie blicken lassen.
|