Reiter Tod und Teufel - Neue Sagen aus dem alten Mauerkirchen

 

 

Der arme Handwerksbursch

 

 

von Alexander Gastager

Alexander Gastager  Der arme Handwerksbursch in Reiter Tod und Teufel - Neue Sagen aus dem alten Mauerkirchen
Zeichnung: Alexander Gastager

 

Vor vielen Jahren lebte im Innviertel ein Handwerksbursch. Der Bursch hieß Heinrich und wollte, wie es damals der Brauch war, auf Wanderschaft gehen. Er war sehr arm und hatte ein zerrissenes grün-blaues Gewand an. Da er auch schon lange nichts mehr zu essen hatte, machte er  sich auf den Weg. Er hoffte, bei einem Meister eine gute Arbeit zu bekommen.  Es war schon finstere Nacht, als er Mauerkirchen erreichte. Bald darauf sah er eine kleine Kirche. Er blieb stehen und sagte: "Das ist eine schöne Kirche!" Er hatte den Satz noch nicht zu Ende gesprochen, als es zu blitzen und donnern begann und ein Geist erschien. Heinrich erschrak sehr, aber der Geist sagte: "Fürchte dich nicht, ich will nur Gutes für dich tun!" Der Geist sprach weiter: "Ich weiß auch, dass du eine Herberge und Arbeit  suchst und rate dir, in das Armenhaus nebenan zu gehen." Kaum hatte er  dies gesagt, gab es einen grässlichen Lärm und der Geist war wieder weg.  Nun ging der Bursch, wie der Geist ihm geraten hatte, in das Armenhaus. Dort bekam er nicht nur zu essen, sondern auch Unterschlupf. Bald darauf fand er auch bei einem tüchtigen Meister Arbeit. Heinrich hielt oft Ausschau nach dem Geist, da er sich bedanken wollte. Aber dieser war und blieb  verschwunden.
Das Haus neben der Heiligen Geistkirche, die ein Schmuckstück  unseres Ortes ist, ist schon lange kein Armenhaus mehr und die Geschichte  des Handwerksburschen ist auch in Vergessenheit geraten.

 

 

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