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Früher gab es in jedem Ort einen Nachtwächter, der jede Nacht und bei jedem Wetter stündlich seine Runden ging. Er rief: "Liebe Leute lasst euch sagen, unsere Uhr hat zwölf geschlagen ,wahrt das Feuer und das Licht, dass dem Haus kein Schaden geschieht." Auch Mauerkirchen hatte einen Nachtwächter. Er wohnte hoch über dem Markt in einem kleinen Turm. Von hier aus konnte er den ganzen Ort überblicken. Einmal saß der Nachtwächter in einer nebeligen Nacht in seinem Häuschen und schaute aus dem Fenster. Da entdeckte er plötzlich ein brennendes Haus. In Windeseile packte er seine Hellebarde und eilte hin. Als er schon fast dort war, blitzte es furchtbar und der Leibhaftige stand vor ihm. Der Nachtwächter schreckte zurück und rief voller Angst: " Was willst du, Satan?" "Ich will nichts, aber du willst etwas", erwiderte dieser. "Ich könnte dich zu einem reichen Mann machen. Dann müsstest du nicht mehr deine mühevolle Arbeit unter Lebensgefahr verrichten." "Nein, von dir will ich nichts!", rief der Nachtwächter entsetzt und gab mit seiner Hellebarde dem Leibhaftigen einen Stoß. Dann lief er so schnell er nur konnte in das brennende Haus um den Brand zu löschen. Im zweiten Stock fand er ein Kind, das im Feuer eingeschlossen war. Er arbeitete sich mühevoll mit seiner Hellebarde durch die brennenden Balken und endlich war er bei dem Kind angelangt. Der Nachtwächter hob das weinende Kind auf seinen Rücken und lief so schnell er nur konnte aus dem brennendem Haus. Erschöpft setzte er das Kind im Freien ab. Aber dem Teufel passte das nicht und er wollte ihn töten. Da rief der Nachtwächter in all seiner Not alle Heiligen im Himmel an und der Teufel verschwand. Der Nachtwächter lebte noch viele Jahre, dann starb er friedlich an einer Krankheit. Heute ist der Turnverein in dem Nachtwächterhaus, auch Jugendgruppen verbringen hier manchmal ihre Ferien
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