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Durch Mauerkirchen fließt ein kleiner Bach. Weil sein Wasser so frisch und rein ist wie Brunnenwasser, wurde er Brunnbach genannt. Vor langer Zeit lebte eine Nixe im Brunnbach. Ein grässliches Ungeheuer hatte sie in seiner Gewalt. Manchmal hörten Menschen sie in klaren Vollmondnächten jammern und klagen. Es traute sich aber keiner, sie zu befreien, man sagte, dass ein fürchterliches und gefährliches Tier auf sie aufpasste. Einmal fischte ein fremder Fischer im Brunnbach. Er warf die Angel aus. Plötzlich zog ein starker Fisch so fest an der Angel, dass er fast hineingezogen wurde. Der Fischer dachte sich: "Das ist ja ein dicker Brocken." Als er die Angel endlich hochheben konnte, sah er zu seinem großem Entsetzen, dass es kein Fisch war, sondern dass eine Riesenschlange am Haken hing. Blitzschnell befreite sie sich vom Haken und schlang sich um das Bein des Fischers. Die Schlange versuchte den Fischer in die Tiefe zu reißen. Er schrie um sein Leben. Auf einmal tauchte die Nixe aus dem Wasser auf. In ihrer Hand hielt sie ein blitzendes Messer. Sie gab es dem Fischer und rief: "Töte die Schlange! Dann hast du mich erlöst." Der Fischer packte das Messer und stieß es der Schlange in den Kopf. Im selben Moment kam ein Sturm auf und die Schlange löste sich auf. Als sich der Sturm wieder gelegt hatte, erschien die Nixe noch einmal und rief: "Ich danke dir! Du hast mich gerettet. Zum Dank dafür werde ich deine Netze stets mit den besten Fischen füllen." Die Nixe versank wieder im Brunnbach. Der Fischer freute sich, dass er die Nixe gerettet hatte. Seit damals gibt es im Brunnbach die herrlichsten Forellen.
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