|
Lassen Sie sich zu einem ganz besonderen Spaziergang durch Mauerkirchen einladen! Sehen Sie unseren Heimatort einmal mit den Augen der Kinder! Die Kinder der 4.a Klasse bevölkerten mit Feuereifer und viel Phantasie unseren Ort mit Reiter, Tod, Teufel und anderen unheimlichen Wesen. Nüchterne geschichtliche Tatsachen wurden in ein geheimnisvolles Licht gerückt. Bald waren unsere Hügel, das Schloss, der Marktplatz und der Brunnbach beseelt mit übernatürlichen Gestalten, von denen uns auch die alten Sagen berichten. Die Sage ist die Geschichte des Kindes, so wie sie früher die Geschichte des Volkes war. Sie ist an einen bestimmten Ort, eine bestimmte Zeit oder an ein bestimmtes Ereignis gebunden. Im Gegensatz zur nüchternen Chronik werden in der Sage geschichtliche Tatsachen umgedeutet und mit dem Eingreifen jenseitiger oder übernatürlicher Mächte erklärt. Auch in der Landschaft oder in verschiedenen Naturereignissen wird das Wirken geheimnisvoller Kräfte gesehen. Unerklärliches wird so gedeutet. Ihre bleibende Heimstatt hat die Sage im Gemüt des Kindes, vollzieht sich doch die ganze Menschheitsentwicklung in jedem Kind aufs Neue. Nach und nach entstanden so im Deutschunterricht aus Reizwortgeschichten, zusammengesetzt aus einer bestimmten Örtlichkeit, einer Gestalt des Alltagslebens und einem phantastischen Wesen, eine Sammlung neuer Sagen. Anschließend wurden sie liebevoll illustriert. Unser Sagenprojekt hätte jedoch nur in einem Schnellhefter geendet, wenn nicht Frau Johanna Schmid und Herr Heinrich Wagner sich seiner angenommen und es in Buchform gebracht hätten. Ich möchte mich für die große Mühe und die zeitraubende Arbeit sehr herzlich bedanken. Damit wurde auch das Werk der Kinder entsprechend gewürdigt und zu einem schönen Abschluss gebracht. Es soll auch eine Erinnerung an die gemeinsamen Volksschuljahre sein. Und nun kann unser Spaziergang durch Mauerkirchen beginnen.
|